Unser therapeutischer Ansatz
Wir arbeiten mit moderner Verhaltenstherapie, die wissenschaftlich fundiert, transparent und alltagsnah ist. Dabei orientieren wir uns an den S3-Leitlinien der AWMF.
Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit sind nachvollziehbare Erklärungsmodelle. Viele Menschen erleben ihre Symptome zunächst als unverständlich, widersprüchlich oder „falsch“. In der Therapie entwickeln wir gemeinsam ein individuelles Modell: Welche Erfahrungen, Denkmuster, Gefühle, Körperreaktionen und Verhaltensweisen greifen ineinander? Welche kurzfristigen Bewältigungsstrategien helfen zunächst, verschärfen das Problem aber langfristig? Und welche neuen Wege können helfen, wieder mehr Freiheit, Stabilität und Handlungsspielraum zu gewinnen?
Dabei arbeiten wir mit sogenannten Schemata und Modi. Schemata beschreiben tief verankerte emotionale Muster. Modi helfen zu verstehen, welche inneren Anteile in bestimmten Situationen aktiv werden — etwa verletzliche, überforderte, kritische, vermeidende oder besonders leistungsorientierte Anteile. Dieses Modell bietet vielen Patient:innen eine klare und entlastende Sprache für innere Konflikte, Selbstabwertung, Perfektionismus, Anpassung, Vermeidung oder intensive Gefühle.
ACT-Elemente ergänzen diesen Ansatz, indem sie helfen, schwierige Gedanken und Gefühle nicht permanent kontrollieren oder bekämpfen zu müssen. Stattdessen geht es darum, mehr psychische Flexibilität zu entwickeln, sich an persönlichen Werten zu orientieren und auch unter Belastung wieder handlungsfähiger zu werden.
Bei Bedarf und nach Indikation kommen auch EMDR und Hypnotherapie zum Einsatz.
Unser Ziel ist es, gemeinsam ein verständliches und individuelles Erklärungsmodell zu entwickeln. Daraus leiten wir konkrete, realistische Veränderungsschritte ab — für mehr Selbstverständnis, innere Stabilität, Selbstfürsorge und nachhaltige Veränderung im Alltag.
Für wen wir da sind ...
Grundsätzlich steht unsere Praxis allen Menschen offen, die psychotherapeutische Unterstützung suchen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht bestimmte Berufsgruppen oder Lebensphasen, sondern die individuelle Frage: Was belastet Sie, welche Muster stehen im Weg und welche Veränderung ist möglich?
Mit der Zeit haben sich in unserer Arbeit jedoch bestimmte Schwerpunkte herauskristallisiert. Besonders häufig begleiten wir Menschen, deren psychische Belastungen eng mit hohen Anforderungen, Verantwortung, Übergängen oder besonderen Lebens- und Berufsbedingungen verbunden sind.
Ein Schwerpunkt liegt daher auf der psychischen Gesundheit von Lehrer:innen, Ärzt:innen, Führungskräfte, Selbstständigen und anderen Menschen in verantwortungsvollen, stark beziehungsorientierten Berufen, etwa im Bildungs-, Gesundheits-, Polizei- oder Sozialbereich. Hier spielen häufig Erschöpfung, Überforderung, innere Antreiber, Konflikte, Abgrenzung, Perfektionismus und der Anspruch, dauerhaft funktionieren zu müssen, eine zentrale Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf jungen Erwachsenen in Ausbildung, Studium oder Promotionsphase. Viele Patient:innen kommen mit Depressionen, Ängsten, ADHS, Prokrastination und Selbstzweifeln. Gerade fragmentierte Bildungs- oder Berufswege, Studienabbrüche, Verzögerungen, Leistungsdruck und Orientierungskrisen können erheblich belasten — oft verbunden mit Scham, Rückzug oder dem Eindruck, hinter anderen zurückzubleiben.
Wir verstehen solche Schwierigkeiten nicht als persönliches Scheitern, sondern als Ausdruck nachvollziehbarer innerer und äußerer Belastungsdynamiken. In der Therapie entwickeln wir gemeinsam ein verständliches Erklärungsmodell und daraus konkrete Schritte, um wieder mehr Stabilität, Orientierung und Handlungsfähigkeit zu gewinnen.
Alle Patient:innen finden bei uns einen geschützten, diskreten und fachlich fundierten Raum, in dem Belastungen differenziert verstanden werden — ohne vorschnelle Pathologisierung, ohne Bagatellisierung und mit Verständnis für die besonderen Bedingungen ihrer jeweiligen Lebenssituation.
Lehrer:innen
Der Lehrberuf ist mit hoher Verantwortung, permanenter Beziehungsarbeit und oft erheblichen emotionalen Belastungen verbunden. Unterricht, Elternkommunikation, Konflikte, Leistungsdruck, Inklusion, organisatorische Anforderungen und herausforderndes Verhalten von Schüler können dauerhaft an die eigenen Grenzen führen.
In unserer Praxis sind uns die besonderen Anforderungen dieses Berufsfeldes bewusst. Psychische Belastungen entstehen bei Lehrer:innen häufig nicht durch ein einzelnes Problem, sondern durch das Zusammenspiel aus hoher Verantwortung, struktureller Überlastung, großem Pflichtgefühl, begrenzten Rückzugsmöglichkeiten und dem Anspruch, für andere verlässlich funktionieren zu müssen.
Unser therapeutisches Konzept ist deshalb auf diese Zielgruppe abgestimmt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Umgang mit Erschöpfung, Stress, Selbstanspruch, Perfektionismus, Schuldgefühlen, Abgrenzung, Konflikten und der Wiederaufbau von innerer Stabilität und Handlungsfähigkeit. Wir verbinden verhaltenstherapeutische, schematherapeutische und ressourcenorientierte Ansätze und passen die Behandlung individuell an die persönliche Situation, die beruflichen Belastungen und die jeweiligen Therapieziele an.
Ärzt:innen
Ärzt:innen arbeiten in einem Berufsfeld, in dem fachliche Kompetenz, schnelle Entscheidungen und emotionale Belastbarkeit oft selbstverständlich erwartet werden. Gleichzeitig sind sie regelmäßig mit Leid, Krankheit, Tod, Zeitdruck, Unsicherheit, hoher Verantwortung und komplexen Beziehungssituationen konfrontiert. In Klinik und Praxis entstehen psychische Belastungen deshalb häufig nicht nur durch Arbeitsmenge, sondern durch die besondere Kombination aus Verantwortungsdruck, Hierarchien, Fehlerangst, ethischen Konflikten und dem Anspruch, auch in schwierigen Situationen professionell und kontrolliert zu bleiben.
Viele Ärzt:innen erleben, dass eigene Erschöpfung, Zweifel, Angst oder Überforderung im beruflichen Umfeld wenig Raum haben. Stattdessen entsteht oft ein innerer Druck, weiterzumachen, zu funktionieren und Belastung nicht sichtbar werden zu lassen. Besonders belastend können Situationen sein, in denen medizinische Ideale und reale Versorgungsbedingungen auseinanderfallen: zu wenig Zeit für Patient, ökonomische Vorgaben, Personalmangel, Konflikte mit Angehörigen, schwierige Teamstrukturen oder Entscheidungen unter Unsicherheit.
In unserer Praxis sind uns diese besonderen Anforderungen ärztlicher Tätigkeit bewusst. Unser therapeutisches Konzept berücksichtigt nicht nur Symptome wie Erschöpfung, Depression, Angst, Schlafstörungen oder psychosomatische Beschwerden, sondern auch die dahinterliegenden beruflichen und inneren Muster: überhöhte Verantwortungsübernahme, Perfektionismus, Selbstkritik, Schuldgefühle nach Fehlern oder Beinahe-Fehlern, Schwierigkeiten mit Abgrenzung, emotionale Abschottung oder der Verlust von Sinn und beruflicher Identifikation.
Führungskräfte
Führungskräfte bewegen sich häufig in einem Spannungsfeld aus Verantwortung, Entscheidungsdruck, Erwartungen und begrenzter eigener Entlastung. Sie müssen Orientierung geben, Konflikte klären, Leistung ermöglichen, Veränderungen gestalten und zugleich selbst stabil, handlungsfähig und belastbar bleiben. Gerade in leitenden Positionen entsteht psychische Belastung oft nicht nur durch die Menge an Aufgaben, sondern durch die ständige Notwendigkeit, komplexe Situationen auszuhalten und Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen.
Viele Führungskräfte erleben, dass für eigene Zweifel, Überforderung oder Erschöpfung wenig Raum bleibt. Nach außen soll Souveränität vermittelt werden, während innerlich Druck, Anspannung, Selbstkritik, Schlafprobleme, Gereiztheit oder das Gefühl entstehen können, dauerhaft funktionieren zu müssen. Hinzu kommen häufig Loyalitätskonflikte, schwierige Personalentscheidungen, Verantwortung für Teams, wirtschaftlicher Druck, Veränderungsprozesse oder die Erfahrung, zwischen verschiedenen Erwartungen aufgerieben zu werden.
Unser therapeutisches Konzept berücksichtigt nicht nur Symptome wie Erschöpfung, Depression, Angst, Schlafstörungen oder psychosomatische Beschwerden, sondern auch die zugrunde liegenden inneren und beruflichen Muster: Perfektionismus, überhöhte Verantwortungsübernahme, Schwierigkeiten mit Abgrenzung, hohe Selbstansprüche, Konfliktvermeidung, Kontrollbedürfnis oder die Tendenz, eigene Bedürfnisse dauerhaft zurückzustellen. Welche Situationen aktivieren Druck, innere Härte, Schuldgefühle oder Versagensängste? Welche Bewältigungsstrategien waren lange erfolgreich, führen heute aber zu Erschöpfung, Distanz oder innerer Unruhe? Und welche Veränderungen sind möglich, ohne die eigene Verantwortung, Leistungsfähigkeit oder berufliche Rolle aufzugeben?
Selbstständige
Selbstständigkeit bedeutet Freiheit, Gestaltungsspielraum und Eigenverantwortung — häufig aber auch Unsicherheit, wirtschaftlichen Druck und eine hohe persönliche Belastung. Viele Selbstständige tragen Verantwortung für ihr Einkommen, ihre Kund:innen, Mitarbeitende, Entscheidungen, Qualität, Sichtbarkeit und langfristige Existenzsicherung. Dadurch entsteht psychische Belastung oft nicht nur durch die Menge an Arbeit, sondern durch das Gefühl, dauerhaft selbst zuständig zu sein und nur schwer ausfallen zu dürfen.
Anders als in vielen angestellten Tätigkeiten fehlen häufig klare Grenzen, geregelte Arbeitszeiten, Vertretungsstrukturen oder verlässliche Entlastung. Berufliche Themen reichen in das Privatleben hinein, Pausen fühlen sich schwer legitimierbar an, und Erholung wird schnell von To-do-Listen, finanziellen Fragen oder Zukunftssorgen überlagert. Besonders belastend können Phasen mit schwankenden Einnahmen, hoher Verantwortung, Entscheidungsdruck, Konflikten mit Kund oder Mitarbeitenden, Perfektionismus oder dem Eindruck sein, ständig erreichbar und leistungsfähig sein zu müssen.
Ziel der Therapie ist es, Selbstständigkeit nicht grundsätzlich infrage zu stellen, sondern einen gesünderen und nachhaltigeren Umgang mit Verantwortung, Unsicherheit und Belastung zu entwickeln. Dazu gehören mehr innere Stabilität, bessere Abgrenzung, realistischere Selbstansprüche, tragfähige Erholungsstrukturen und die Fähigkeit, auch unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.
Junge Erwachsene
Der Übergang ins Erwachsenenleben ist oft mit hohen Erwartungen, vielen Entscheidungen und zunehmender Verantwortung verbunden. Ausbildung, Studium oder Promotion können wichtige Entwicklungsschritte sein — gleichzeitig aber auch Phasen großer Unsicherheit, Überforderung und Selbstzweifel.
Viele junge Erwachsene kommen zu uns mit Depressionen, Ängsten, ADHS, Prokrastination, Erschöpfung, Selbstwertproblemen oder dem Gefühl, den eigenen Alltag nicht zuverlässig bewältigen zu können. Häufig geht es nicht nur um einzelne Symptome, sondern um ein Zusammenspiel aus Leistungsdruck, inneren Ansprüchen, Orientierungslosigkeit, Vergleich mit anderen und der Frage, wie der eigene Weg eigentlich aussehen soll.
Gerade fragmentierte Bildungs- oder Berufswege, Studienabbrüche, Fachwechsel, Verzögerungen, Prüfungsprobleme oder eine lange Promotionsphase können erheblich belasten. Viele Betroffene erleben Scham, Rückzug oder den Eindruck, hinter anderen zurückzubleiben. Gleichzeitig bleiben die eigenen Schwierigkeiten nach außen oft lange unsichtbar, weil weiterhin der Anspruch besteht, „funktionieren“ zu müssen.
